Wie die Neugierde siegte und die Hoffnung zuletzt starb

Auftakt  - Robin Jarvis

Inhalt: Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können bevor es zu spät ist. Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen. (Quelle: Amazon.de)

 

Meinung: Dancing Jax hat mir wieder einmal bewiesen, dass man vorsichtig bei diesen Hype-Büchern sein sollte. Denn von überall hörte ich nur gute Meinungen und ich ging auch wirklich mit hohen Erwartungen daran, die dann leider alle verpufften während des Lesens. 

Für mich wirkte das Buch so, als hätte der Autor viele Ideen gehabt und wusste nicht, wie er sie alle logisch einbauen soll. Er hat dem Leser viele Charaktere am Anfang regelrecht hingeworfen ohne, dass man jetzt wirklich verstand, wer welche Rolle spielt. (Das hat sich erst später gezeigt.) Dass es so viele Charaktere gab, hat mich noch nicht einmal gestört, nur eben, dass es anfangs kaum eine kleine Erklärung gab, wer denn eben welche Rolle spielt. Und dazu kommt noch, dass die Übergänge der Charaktere meist in einem Absatz passiert. Das heißt, dass man in dem einen Moment noch vom Charakter A etwas liest und im nächsten Satz liest man wieder etwas aus der Sicht von Charakter B. Entspanntes Lesen war das für mich leider nicht. 

 

Von der Handlung kann ich nur so viel sagen: Den roten Faden habe ich nicht immer entdecken können. Besonders am Anfang nicht. Und ich habe das Buch auch nur wegen einer Rezension bei Amazon nicht abgebrochen in der stand, dass es ab Seite 200 besser werden würde, aber - Pustekuchen. Für mich jedenfalls wurde es nicht wirklich besser. Okay, es wurde schon mal spannend, dass ich vertieft in dem Buch war, aber ansonsten ... habe ich wirklich einfach schon ein paar Seiten nur überflogen.

 

Jetzt mal etwas Positives: Wäre der Inhalt nicht, würde ich das Buch allein schon wegen dem Design kaufen. Der Verlag Script 5 hat wieder einmal ein wunderschönes Buch herausgebracht! Und auch die Idee vom Autor ist ziemlich cool.

Allein deswegen habe ich auch eben immer weitergelesen, weil ich wirklich sehen wollte, wie er das ganze umsetzt. Und die Sucht der ganzen Schüler hat er wirklich gut umgesetzt. Man merkte als Leser, wie hilflos die Lehrer an der Schule waren und manchmal erkannte man sich selbst in den Schülern wieder. Man sucht sich doch immer wieder etwas, um dem tristen Alltag zu entkommen. Die Schüler hatten hier eben Dancing Jacks.

Ich möchte aber auch die Authentizität der Charaktere loben. Natürlich gingen mir ein paar auf den Keks, aber im Ganzen konnte man wirklich sagen, dass das sehr authentisch war. Anfangs stieß es bei mir sauer auf, weil ich mit dem nicht wirklich klarkam, dass es wirklich so real wirkte, doch man gewöhnte sich schnell daran. 

 

Fazit: Ich würde sagen, dass man bei diesem Buch nur als "Abtrünniger" herausgehen kann oder als "Der große Ismus-Fan". (Ich weiß grad nicht, wie sich die sich bezeichnen, die Dancing Jacks verfallen sind.) Für mich ist es nicht unbedingt ein Buch, dass man gelesen haben muss, aber wem die Neugierde packt, der soll es tun - und bekommt ein sehr authentisches, fesselndes Buch. Aber für mich war es eben, wie gesagt leider nichts. 

Leider muss ich dem Buch auch deswegen 2,5 Sterne geben. Es hatte wirklich gute Stellen und konnte mich auch ab und zu mal fesseln, aber für mehr Sterne fehlte mir einfach etwas. (Irgendwie wiederhole ich mich mit dem "fesseln", oder? :D)