Du wollen Teenie-Klischee kaufen? Ich haben hier XXL-Packung für dich. (Achtung, Sarkasmus in der Rezi!)

Lichtjahre zu dir  - Helen  Douglas, Almut Werner

Inhalt: Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss ... und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat. (Quelle: Amazon.de)

 

Meinung: Eigentlich hätte mir die Inhaltsangabe schon sagen müssen, dass es nur so vor Klischees trieft das Buch, aber ich dachte eben, dass es nicht soo schlimm sei und ich das durchhalten könnte - was ich ja auch geschafft habe, aber auch nur gerade so. 

 

Das Buch beginnt damit, dass eben der gut aussehende Ryan plötzlich an der Schule auftaucht, Eden sich in ihn verliebt, aber es nicht zugibt und ihr bester Freund in Eden verknallt ist. Darum dreht sich eigentlich auch bis zu einem Punkt eigentlich das ganze Buch. Bis eben Eden herausfindet, warum Ryan genau auf ihrer Schule ist und bla bla bla, Drama beginnt, Eden reagiert wie ein Psycho, bla bla bla. Also eigentlich gibt es da keine einzige spannende Stelle bei der man nicht wüsste, wie es ausgeht. Wenn jetzt eine junge Leserin mit diesem Buch anfängt und so etwas vorher noch nie gelesen hat, ja, die wird das Buch toll finden, aber wenn man mehrmals so etwas gelesen hat dann ... ist es einfach nur noch ermüdend. (Und strapaziert total die Nerven, weil sich Eden so dumm verhalten hat!)

 

Der Schreibstil ist ... normal. Er passt gut zur Geschichte, allerdings rast die Autorin am Anfang ziemlich durch die Handlung. Es scheint mir, als wollte sie nur die "spannendsten" und "aufregendsten" Stellen haben. Doch irgendwann hat man sich daran gewöhnt, was einem dann nicht mehr so stört. 

 

Die Charaktere ... jah ... Eden ist ... ziemlich oberflächlich, finde ich. Sie bezeichnet sich immer als zu hässlich, nicht Kurvenreich genug und bla bla bla. Obwohl ja zwei Kerle auf sie stehen und ... ach. Ihr kennt das doch von den ganzen Charakteren in Jugendbüchern. 

Connor, Edens bester Freund, ist dagegen hin ... etwas grauer gezeichnet worden, allerdings kann man bei ihm auch einiges finden, was einem sauer aufstößt. Besonders seine schnelle Gefühlsänderung. Aber gut, vielleicht interpretiere ich das nur so, weil ich einfach nur genervt war von den Charakteren. 

Ryan ist ... wow. Also wirklich. So einen Superhelden habe ich noch nirgends entdeckt. Er verweigert seine Gefühle gegenüber Eden, um sie zu schützen, und gibt ihr die Angriffsfläche für kindliche Eifersüchteleien und ... wow. Wie er mit ihrer Eifersucht umgeht ist toll. Er sagt sofort das, was sie hören will und pfeift auf die Gesetze, ist ihr Lebensretter und ... Mensch, was ihn noch realistischer macht als all seine Heldentaten ist ja, dass er mit freiem Oberkörper die Wände streicht. (Das mache ich übrigens auch so. Ist schließlich gut für die Haut, wenn da Farbspritzer drauf sind. Und für das andere Geschlecht wirkt das ja wie ein Aphrodisiakum! Wow. Also, wer da nicht auf andere Gedanken kommt ...)

 

Also, das Buch war wirklich ein Horror für mich, dennoch habe ich es mit "Begeisterung" weiterverfolgt, weil es ja nicht so viele Seiten hatte. Empfehlen ... kann ich es nicht, aber wenn man auf Erklärungen steht, wie die Dinosaurier wirklich ausgestorben sind und "nebenbei" eine Liebesgeschichte haben will ... Nur zu, der soll es sich kaufen. (: