SEHR Realistisches Buch. No joke.

Der Marsianer: Rettet Mark Watney - Roman - Andy Weir, Jürgen Langowski

Dieses Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Okay, der Einstieg war schon leicht, aber so nach ca. 300 Seiten habe ich gemerkt, dass ich nur gering ein Leser für 500+ Seiten dicke Bücher bin. Aber gut.

Der Inhalt war sehr von biologischen und chemischen Dingen geprägt, was mich beim Lesen schlau und gleichzeitig dumm fühlen lassen hat, weil ich einfach manchmal kein Wort verstanden habe. Aber das Buch hat es in dem wieder weggemacht, dass Watney es dem Leser gut erklärt hat oder auch einfach nur schon durch seine witzige Art wet gemacht hat :)
Und abgesehen davon war es wirklich ... na ja, spannend war es zwischendurch schon, aber nicht so, dass ich immer an den Seiten kleben blieb. Es war eher so, als würde man in tiefem Modder (auch bekannt unter Schlamm) stehen und versuchen rauszukommen - es gelingt einem, aber man kommt eben nur schwerfällig vorwärts. (So erging es mir übrigens auch die letzten 150 Seiten, wo ich fast nur etwas von der NASA war und ich wollte aber das Logbuch von Watney weiterlesen. Wobei die letzten 50 Seiten wieder super spannend waren!)
Ebenfalls waren die "Zwischensequenzen" zwischen NASA und Watney etwas gewöhnungsbedürftig, da ich meistens erst richtig schalten konnte, wenn der Part schon halb rum war und dann erst wusste von wem ich gerade etwas gelesen habe. Allerdings war das immer wieder erfrischend, da man dann gemerkt hat, wie ermüdend es war nur die Sicht einer Person bzw. einer Gruppe zu lesen.
Genau so muss ich sagen, ging es mir etwas auf den Keks, dass es ständig Probleme gab. Okay, ja, ich weiß, ich weiß, da quasselt man immer, dass man sich ein realistisches Buch wünscht und dann ist es da und man meckert rum, dass es nicht zu fiktional genug ist. Aber ich mecker hier ja auch nicht rum, wie bei einem YA-1-Stern-Buch rum. Also, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Die Probleme die Watney während seines Aufenthaltes auf dem Mars hatte, waren sehr realistisch und kamen auch in guten Abständen auf ihn zu, doch ich hätte mir einfach etwas Ruhe für ihn gewünscht. Einfach, dass alles gut läuft und er schnell zurück zur Erde kommen kann! Denn während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass ich gleich bei Twitter lesen könnte, wie es Watney auf dem Mars erginge und was die Nachrichtenwelt so zu berichten hat, obwohl ich doch gerade das Buch gelesen habe und ... Ich kam am Anfang nicht damit klar, dass ich ein Buch lese das eine fiktionale Geschichte erzählt, WEIL eben alles so realistisch be- und geschrieben war.

Ich bin froh, dass Buch gelesen zu haben und gleichzeitig ist es so eines, wo ich mir denke: Hätte mir etwas in meinem Leben gefehlt, wenn ich es nicht getan hätte? Ich kann nicht sagen, dass ich mich bereichert fühle, aber ich bin stolz auf mich, dass ich 'mal wieder ein 500+ Seiten dickes Buch gelesen habe :)

Und? Kann ich es nach der ganzen "Kritik" - ich sehe das nicht wirklich als Kritik an, denn das Buch ist einfach so genial und gut, wie es ist (dennoch kann ich nicht mehr als 4 Sterne geben, warum auch immer das mein Bauchgefühl so meint ...) ... Moment, da fällt mir noch ein, dass ich sagen wollte, dass ein Epilog sehr schön gewesen wäre. Denn ich kann verstehen, dass das Buch so geendet hat, wie es endete, aber ich hätte wirklich gern gelesen, wie die Crew auf der Erde landet und wie das Leben so danach weiter verlief die ersten Tage.
Okay, wo war ich? Ach ja, ob ich es empfehlen könnte ... Hm, schwierig. Es ist auf alle Fälle etwas für Leser die einfach 'mal etwas anderes lesen möchten und für welche, die sich für den Weltraum, sowie sich für Naturwisschenschaften interessieren. Man sollte versuchen sich darauf einzulassen und ja ... Wozu gibt es Leseproben? :D

Und wer es bis hierhin geschafft hat: Du kriegst einen virtuellen Keks und eine schöne Adventszeit wünsche ich! o/