Es war wie ein "nach Hause kommen"-Gefühl.

Die Splitter (Old Souls 3) - Julia Mayer

Inhalt: Sie denken, sie hätten uns im Keim erstickt. Aber wir leben noch. Und die Rache wird unser sein.
Avery ist gesplittert, doch sie ist noch immer eine Gefangene und ein Flüchtling vor dem Gesetz. Die letzten Überbleibsel der Revolution müssen sich wieder zusammenraufen und ihrem alten Feind stellen. Aber sind sie bereit noch mehr Opfer zu bringen? Oder wird die Instanz sie niederschlagen, bevor sie die Welt verändern können? (Quelle: Amazon.de)

 

Meinung: Lange, lange, lange habe ich auf den nächsten Band der Old-Souls-Reihe gewartet und jetzt ist er endlich erschienen! Ich habe am Anfang etwas gebraucht, um wieder reinzukommen, weil viele Ereignisse mir nicht so bewusst waren, aber die Autorin hat einem dabei geholfen, sich wieder daran zu erinnern. Durch kleine Bemerkungen wer wer noch einmal war oder was geschehen war, machte den Einstieg sehr viel leichter. (Zum Glück war das aber nur bei ein, zwei Charakteren bzw. Ereignisse die ich nicht mehr so genau wusste.) Doch so richtig "zu Hause" war ich erst nach 30%. Da hat es bei mir klick gemacht. Als hätte ich mich der Hauptprotagonistin erst einmal wieder vorsichtig annähern müssen, um in ihr ganz eintauchen zu können. Doch ab diesem Knackpunkt war das Buch einfach nur wieder so, wie ich die Reihe liebe: spannend, mitreißend und nervenaufreibend.

 

Bei gewissen Handlungssträngen fand ich es sehr schön, dass die Autorin den Leser nicht einfach so ins kalte Wasser geschmissen hat. Sie hat den Leser langsam mit den Protagonisten eintauchen lassen - wodurch man auch gemerkt hat, dass im nächsten Teil wohl die Bombe platzen wird. Man merkt, dass sich etwas zusammenbraut und es irgendwann knallen wird. (Und davor habe ich tierisch große Angst. Denn gegen Ende des Buches passiert etwas, das mir den Kopf weggefegt hat. Himmel, ich hätte am liebsten sofort den nächsten Teil in den Händen!)

 

Der Schreibstil wurde etwas "vereinfacht", was mir zwar am Anfang nicht so zugesagt hat, aber ich habe mich daran schnell gewöhnt und dadurch sind auch noch ein paar kleine Ungereimtheiten aus dem Weg geschaffen worden. (Zumindest für mich persönlich. Und ich hatte ja auch beim ersten Band mit dem Schreibstil zu kämpfen, also ich das absolut kein Beinbruch, sondern eher ein positives Ereignis!)

 

Das Buch strotzt einfach nur so vor realistisch wirkenden Charakteren, die einfach mal eine angenehme Abwechslung in der Bücherwelt sind. Jeder hat seine positiven und negativen Seiten, jeder hat sein Schicksal mit sich rumzutragen und genau das macht die Protagonisten so toll! Es gibt einfach keine perfekten Menschen in diesen Büchern. Jeder macht dort Fehler, die der Leser vielleicht nicht immer toll findet, doch das ändert nichts an der Sympathie zu ihnen. 


Wer die ersten zwei Bände schon mitgefiebert hat, der wird hier noch mehr mitfiebern und dem nächsten Band UM SO MEHR! Viele Fortsetzungsromane lassen schließlich immer weiter nach, doch der hier hat mich wieder 'mal überzeugt. (Den einen Stern Abzug gibt's nur, weil das "nach Hause kommen"-Gefühl für mich etwas zu spät kam und Avery mir gegen Ende so auf den Geist ging.)

Das Buch sollte man unbedingt als Old-Souls Fan lesen!