Spoileralarm

Fakebook - ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt

Fakebook - Alexander Broicher

Inhalt: Frieder Kurzmeier ist der Inbegriff eines Verlierers. Unfähig, mit sich selbst umzugehen, verlassen von der gelangweilten Partnerin. Niemand nimmt ihn wahr, geschweige denn für voll. Dabei will er einfach bloß dazugehören, sein Stück vom Kuchen: Sex, Spaß und Anerkennung! Doch erst, als er erfährt, dass er vermutlich nicht mehr lange zu leben hat, ergreift er die Initiative und stellt fest: Wer nicht bei Facebook ist, existiert nicht. Also erschafft er sich eine neue Identität, die alles sein soll, wovon er träumt. Er wird zu Rocco. Als er feststellt, dass man ihm diesen Fake auch im echten Leben abnimmt und ihm sein zweites Ich alle Türen öffnet, rächt er sich an all jenen, die ihn ein Leben lang gedemütigt haben. Sein Leben wird zu einem Abenteuerspielplatz. Doch irgendwann verselbständigt sich das Spiel zwischen Größenwahn und Realität - mit verheerenden Folgen … (Quelle: Amazon.de)

 

Meinung: Das Buch fing harmlos an: Frieder Kurzmeier sehnte sich nach einer neuen Identität und schuf sie sich bei Facebook. Sofort boomte dieser falsche Account und wurde beliebt - und das zeigte dem Leser so unverfälscht und ehrlich, wie oberflächlich und ja, auch verdummt die große Masse der Menschheit geworden ist, wie ich finde. Jeder schaut nur noch auf den Status, den man im realen Leben hat bzw. bei Facebook. Wie viele Freunde hat man da? Welches Leben führt man? Viele Partys? Viele Liebschaften?  Und das eben zeigte der Autor mit seinem Buch, besonders, auch damit, weil Frieder als Food-Designer arbeitete. Wie ich finde, auch nicht ohne Grund gewählt vom Autor. 

Im Buch wurde auch hier einem ehrlich gezeigt, wie durchdacht die Werbung ist uns Verbraucher dazu zu bringen genau dieses Produkt zu essen bzw. zu kaufen und kein anderes. Allein dafür würde das Buch schon 5 Sterne bekommen, weil es einem einfach zeigt, wie manipulativ und oberflächlich die Gesellschaft im Laufe der Zeit geworden ist.
Aber es zählt auch die Handlung des Buches. Und da gibt es Kritikpunkte, denn:
Rocco erschien einfach so im Roman und tätigte Handlungen, die keiner infrage stellte. Alle nahmen es hin, was mich verwirrte. Besonders der Abgang von Rocco. War er jetzt nur eine Illusion oder real? Und die "Krankheit" von Frieder. War sie auch nur eine Illusion? Auch das Ende empfand ich als zu abrupt gewählt. Es wirkte auf mich, als hätte sich der Autor gedacht: "So, das war's. Mehr schreibe ich jetzt nicht." Und das war sehr schade. Man hätte das Buch auch anders enden lassen können ...

 

Die Kritikpunkte überwiegen leider die Sternevergabung und daher 3 von 5 Punkten, weil einiges ein bisschen zu unlogisch war. Vielleicht war es so vom Autor gewollt, doch mir gefiel es nicht. Schade.